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Getränke mit Werte verkaufen

Katharina Vogt · Zuletzt aktualisiert: 07.01.2026
Gastro & Business | Barista- & Fachwissen | Trends & Innovationen | Signature Drinks | Rezeptideen · 4 Min. Lesedauer

Viele Betriebe verkaufen Getränke noch über Preislisten. Das ist funktional, aber austauschbar. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Tee, Kakao und Chai gezielt über Storytelling verkaufen, Werte kommunizieren und Kunden Orientierung sowie Begeisterung bieten. Mit klaren Tipps verwandeln Sie jedes Produkt in eine überzeugende Geschichte für die B2B-Praxis.

Cafe Freunde Bedienung
Katharina Vogt
Katharina Vogt schreibt über Tee, Chai und Matcha im professionellen Umfeld. Ihr Schwerpunkt liegt auf Qualität, aktuellen Getränketrends und praxisnahen Lösungen für Gastronomie und Gewerbekunden.
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Storytelling statt Preisliste: Getränke mit Werte verkaufen

Getränke werden in vielen Betrieben noch immer über Preislisten verkauft. Gramm, Milliliter, Aufpreis. Funktional, korrekt – aber austauschbar. Gleichzeitig erwarten Gäste heute mehr: Orientierung, Einordnung und ein klares Gefühl dafür, wofür ein Produkt steht. Genau hier beginnt Storytelling. Nicht als Marketingfloskel, sondern als strategisches Werkzeug für Wertschöpfung. 

Warum Preise allein keine Werte vermitteln 

Eine Preisliste beantwortet nur eine Frage: Was kostet das?
 Sie erklärt jedoch nicht, warum ein Getränk diesen Preis hat, woher die Zutaten stammen oder was es besonders macht. Ohne Kontext bleibt Qualität unsichtbar. Das Ergebnis: Preise werden verglichen, nicht verstanden. 

Und genau dort entsteht Preisdruck. Storytelling setzt an einem anderen Punkt an. Es schafft Bedeutung. Es übersetzt Herkunft, Verarbeitung und Haltung in eine Sprache, die Gäste nachvollziehen können – ohne belehrend zu wirken.

Kaffee Spruch Freude

Haltung beginnt vor der Kommunikation

Gutes Storytelling lässt sich nicht nachträglich „draufsetzen“. Es entsteht aus echten Entscheidungen:

Welche Rohstoffe werden eingesetzt? 

Welche Qualität wird angestrebt? 

Welche Werte sollen das Angebot prägen? 

Ob Tee, Kakao oder Chai, jedes Produkt bringt eine Geschichte mit. Herkunftsregionen, Anbauweisen, handwerkliche Verarbeitung oder kulturelle Kontexte sind kein Zusatzwissen, sondern Teil des Produkts. Wer diese Aspekte kennt und bewusst auswählt, hat automatisch etwas zu erzählen.

Vom Produkt zur Erzählung 

Storytelling bedeutet nicht, lange Texte zu schreiben oder jede Karte zu überladen. Oft reichen klare, präzise Informationen: 

Warum wurde genau dieses Produkt gewählt? 

Was unterscheidet es von vergleichbaren Angeboten? 

Welches Geschmackserlebnis dürfen Gäste erwarten? 

Eine kurze Einordnung auf der Getränkekarte, ein Satz im Servicegespräch oder ein erklärender Abschnitt im Journal – all das schafft Orientierung. Gäste verstehen schneller, was sie trinken, und warum es seinen Platz im Sortiment hat.

Kakao Sahne Orangen Cafe

Wert kommunizieren statt Preis erklären 

Wenn Getränke über ihre Geschichte verkauft werden, verändert sich die Wahrnehmung. Der Preis steht nicht mehr isoliert im Raum, sondern ist Teil eines Gesamtbildes. Qualität wird nachvollziehbar, Entscheidungen wirken bewusst getroffen, das Angebot bekommt Profil. 

Gerade im Premiumsegment ist diese Klarheit entscheidend. Gäste erwarten hier keine Rechtfertigung, sondern Haltung. Sie möchten wissen, wofür ein Betrieb steht und wofür nicht. 

Storytelling als Bestandteil der Beratung 

Für Service und Beratung bietet Storytelling einen weiteren Vorteil: Sicherheit. Wer Hintergründe kennt, kann souverän reagieren, Fragen beantworten und Empfehlungen aussprechen. Beratung wird nicht verkaufsgetrieben, sondern inhaltlich fundiert. 

Das stärkt Vertrauen und langfristig die Bindung. Gäste kommen nicht nur wegen eines einzelnen Getränks zurück, sondern wegen des Gesamterlebnisses.

Fazit


Storytelling ersetzt keine Preisliste. Aber es gibt ihr Bedeutung. Es macht Qualität sichtbar, stärkt die Positionierung und schafft eine Verbindung zwischen Produkt, Betrieb und Gast. Getränke mit Haltung verkaufen heißt, Entscheidungen transparent zu machen und Wissen zu teilen. Nicht laut, nicht überinszeniert, sondern klar und glaubwürdig. Genau darin liegt der Unterschied zwischen austauschbarem Angebot und einem Sortiment mit Profil.

Unsere Praxis-Checkliste

Produkt bewusst auswählen

Ist die Herkunft klar definiert und nachvollziehbar? Gibt es qualitative oder handwerkliche Besonderheiten? Passt das Produkt zur Ausrichtung des Betriebs?

Kernbotschaft festlegen

Was macht dieses Getränk besonders? Welcher Aspekt soll im Vordergrund stehen: Geschmack, Herkunft, Verarbeitung oder Haltung? Lässt sich die Aussage in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen?

Information verständlich aufbereiten

Sind Texte auf Karte oder Website klar und präzise formuliert? Vermeiden sie Fachbegriffe ohne Erklärung? Unterstützen sie die Kaufentscheidung, ohne zu überfordern?

Story in die Beratung integrieren

Kennt das Team die wichtigsten Hintergründe? Können Servicekräfte kurze, sichere Erklärungen geben? Gibt es klare Empfehlungen für unterschiedliche Gästetypen?

Preis und Inhalt in Einklang bringen

Ist der Preis durch Qualität und Kontext nachvollziehbar? Wird der Wert des Produkts klar kommuniziert? Passt die Preisgestaltung zur gewünschten Positionierung?

Konsistenz prüfen

Spiegelt das Storytelling die tatsächliche Produktqualität wider? Ist die Kommunikation über Karte, Website und Beratung stimmig? Wird Haltung im gesamten Sortiment erkennbar?

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