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POS Material richtig einsetzen

Katharina Vogt · Zuletzt aktualisiert: 30.03.2026
Gastro & Business | Barista- & Fachwissen · 4 Min. Lesedauer

Setzen Sie POS-Material gezielt ein und verwandeln Sie Ihre Verkaufsfläche in einen echten Umsatztreiber. Entdecken Sie praxisnahe Tipps, wie Sie Aufmerksamkeit schaffen und Kaufimpulse direkt am Point of Sale auslösen. Für mehr Wirkung im Café und in der Gastronomie.

POS Material richtig einsetzen
Katharina Vogt
Katharina Vogt schreibt über Tee, Chai und Matcha im professionellen Umfeld. Ihr Schwerpunkt liegt auf Qualität, aktuellen Getränketrends und praxisnahen Lösungen für Gastronomie und Gewerbekunden.
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Wie Aufsteller verkaufen

Es steht direkt vor dem Gast. Auf dem Tresen, auf dem Tisch, neben der Kasse. Und trotzdem wird es in vielen Cafés unterschätzt, ignoriert oder lieblos in die Ecke geschoben: POS Material. Aufsteller, Tischaufsteller, Thekenreiter, Produktdisplays. Diese kleinen Verkaufshelfer arbeiten leise, aber effektiv. Sie sprechen Gäste in genau dem Moment an, in dem die Kaufentscheidung fällt. Kein anderes Marketinginstrument ist so nah am Gast und kostet so wenig wie ein gut platzierter Aufsteller. 

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, warum POS Material im Café so wirkungsvoll ist, welche Formate sich für welche Situation eignen und wie Sie mit ein paar einfachen Regeln deutlich mehr aus Ihren Aufstellern herausholen.

Warum POS Material im Café funktioniert

Die meisten Kaufentscheidungen im Café fallen spontan. Gäste kommen nicht mit einer festen Bestellung im Kopf, sondern entscheiden am Tresen oder am Tisch, was sie trinken möchten. Genau in diesem Entscheidungsmoment ist POS Material am wirksamsten. Ein Aufsteller, der ein Saisongetränk zeigt, ein Thekenreiter mit einem neuen Produkt oder ein Tischaufsteller mit einer Empfehlung können den Impuls geben, der aus einem Standardkaffee einen Chai Latte, aus einem normalen Kakao eine Salted Caramel Hot Chocolate oder aus einem Getränk ohne Sirup eines mit Flavor Shot macht. 

Studien aus dem Einzelhandel zeigen, dass gut platziertes POS Material den Absatz einzelner Produkte um 20 bis 40 Prozent steigern kann. Im Café Umfeld ist der Effekt oft noch stärker, weil die Entscheidungssituation komprimierter ist. Zwischen Eintreten und Bestellen vergehen selten mehr als ein bis zwei Minuten. In dieser kurzen Zeitspanne muss die Botschaft ankommen. Ein Aufsteller schafft das, ohne dass Ihr Serviceteam aktiv etwas tun muss. 

Das bedeutet nicht, dass POS Material die persönliche Empfehlung ersetzt. Es ergänzt sie. Ein Aufsteller macht auf ein Produkt aufmerksam. Die Empfehlung des Serviceteams bestätigt den Impuls. Beides zusammen wirkt stärker als jedes Element allein.

Die wichtigsten POS Formate für Cafés

Nicht jedes Format passt in jeden Betrieb. Die Auswahl hängt von Ihrem Raumkonzept, Ihrer Zielgruppe und der Stelle ab, an der Sie den Gast erreichen möchten. Thekenaufsteller und Thekenreiter Thekenaufsteller stehen direkt am Tresen, dort, wo bestellt und bezahlt wird. Sie erreichen jeden einzelnen Gast. Das macht sie zum effektivsten POS Format überhaupt. Der Gast steht vor der Theke, wartet auf die Bedienung, und sein Blick fällt auf den Aufsteller. In diesem Moment ist die Aufnahmebereitschaft maximal. 

Thekenreiter sitzen auf der Oberkante der Vitrine oder des Tresenaufsatzes und sind auch aus einiger Entfernung sichtbar. Sie eignen sich besonders für Aktionsangebote und saisonale Specials, weil sie bereits beim Eintreten ins Café wahrgenommen werden. 

Für Ihren Betrieb bedeutet das: Am Tresen platzieren Sie die Produkte, die Sie aktiv pushen möchten. Ein neuer David Rio Chai auf der Karte, das Premium Matcha Getränkekonzentrat als Saisonprodukt oder eine Oster Aktion mit Blömboom Trinkschokolade. Wechseln Sie die Aufsteller regelmäßig, damit sie nicht zur Gewohnheit werden, an der der Blick vorbeigleitet.

Tischaufsteller

Tischaufsteller erreichen Gäste, die bereits sitzen. Das ist ein anderer Moment als am Tresen: Der Gast hat sein Erstgetränk bestellt und hat jetzt Zeit. Er blättert durch die Karte, schaut sich um, nimmt Details wahr. Ein Tischaufsteller kann in dieser Phase die zweite Bestellrunde auslösen. Ein Dessertgetränk, ein Nachmittags Special, ein Flavor Upgrade. 

Tischaufsteller eignen sich besonders für Upselling und Cross Selling. „Kennen Sie schon unseren Salted Caramel Chai? Fragen Sie nach dem Flavor Upgrade." Oder: „Zu jedem Kuchen: Unsere heiße Schokolade aus echter Bio Schokolade." Solche kurzen Botschaften funktionieren, weil der Gast sie in einer entspannten Situation liest und nicht unter Entscheidungsdruck steht.

Fensterdisplays und Außenaufsteller

Fensterdisplays und Aufsteller vor der Tür erreichen eine Zielgruppe, die viele Cafés vergessen: die Passanten. Laufkundschaft entscheidet in Sekunden, ob sie eintreten oder weitergehen. Ein Aufsteller auf dem Gehweg mit einer klaren Botschaft und einem appetitlichen Bild kann diesen Impuls setzen. „Frisch gezapfter Nitro Coffee" oder „Oster Spezial: Heiße Schokolade aus echter Bio Schokolade" sind Botschaften, die Neugier wecken und Füße in Richtung Tür lenken. 

Für Außenaufsteller gelten klare Regeln: Die Botschaft muss in drei Sekunden erfasst werden. Kein Fließtext, keine komplizierten Angebote. Ein Bild, ein Produktname, maximal ein kurzer Satz. Prüfen Sie die lokalen Vorschriften für Aufsteller auf dem Gehweg. In vielen Städten gibt es Genehmigungspflichten oder Einschränkungen.

Fünf Regeln für wirksames POS Material

Die Wirkung von POS Material hängt weniger davon ab, wie viel Sie aufstellen, sondern wie gut. Die folgenden Regeln machen den Unterschied zwischen einem Aufsteller, der verkauft, und einem, der nur Platz wegnimmt.

Regel 1: Ein Aufsteller, eine Botschaft

Der häufigste Fehler bei POS Material ist Überfrachtung. Ein Aufsteller, der gleichzeitig drei Produkte bewirbt, einen Rabatt kommuniziert und die Öffnungszeiten anzeigt, kommuniziert in Wahrheit nichts. Gäste überfliegen POS Material in Bruchteilen von Sekunden. In dieser Zeit kann genau eine Botschaft ankommen. Entscheiden Sie sich pro Aufsteller für ein Produkt, ein Angebot oder eine Handlungsaufforderung. Nicht mehr. „Neu: Matcha Chai Fusion. Jetzt probieren." Sechs Worte. Eine Botschaft. Das funktioniert.

Regel 2: Das Bild verkauft, nicht der Text

Menschen verarbeiten Bilder 60.000 Mal schneller als Text. Ein appetitliches Produktfoto auf dem Aufsteller erzeugt mehr Kaufimpulse als die detaillierteste Beschreibung. Investieren Sie in ein gutes Foto Ihres Getränks. Es muss nicht professionell im Studio geschossen sein. Ein sauberes, helles Foto mit einem ansprechend arrangierten Getränk auf dem Tresen oder am Tisch reicht völlig aus. Smartphone Kameras liefern heute Ergebnisse, die für POS Material mehr als ausreichen. 

Achten Sie darauf, dass das Getränk auf dem Foto so aussieht, wie der Gast es tatsächlich bekommt. Nichts enttäuscht mehr als ein Erwartung, die das Produkt nicht einlöst. Authentizität schlägt Perfektion.

Regel 3: Platzierung ist alles

Ein perfekt gestalteter Aufsteller, der hinter der Kaffeemaschine steht, wo ihn niemand sieht, verkauft nichts. Platzierung bestimmt die Wirkung. Am Tresen gehört der Aufsteller auf Augenhöhe, dort, wo der Gast hinschaut, während er auf die Bedienung wartet. Auf dem Tisch steht er in der Mitte oder am Rand, nicht verdeckt von der Speisekarte oder der Blumenvase. Im Fenster sollte er von außen lesbar sein, nicht nur von innen. Testen Sie verschiedene Positionen und beobachten Sie, wo Gäste am häufigsten hinschauen. Manchmal reicht eine Verschiebung um 30 Zentimeter, um die Wirkung deutlich zu steigern.

Regel 4: Regelmäßig wechseln

POS Material hat ein Verfallsdatum. Nicht physisch, sondern psychologisch. Ein Aufsteller, der seit drei Monaten am gleichen Platz steht, wird unsichtbar. Das menschliche Gehirn blendet vertraute visuelle Reize nach kurzer Zeit aus. Wechseln Sie Ihre Aufsteller mindestens alle vier bis sechs Wochen. Bei saisonalen Aktionen öfter. 

Dieser Rhythmus passt gut zu Ihrem Sortiment. Neue Saisonprodukte, wechselnde Specials, aktuelle Aktionen: Jeder Anlass ist ein Grund, den Aufsteller zu tauschen. Der Wechsel selbst erzeugt bereits Aufmerksamkeit. Stammgäste, die jede Woche kommen, registrieren eine Veränderung am Tresen sofort.

Regel 5: Aufsteller und Team müssen zusammenspielen

POS Material wirkt am stärksten, wenn das Serviceteam die Botschaft bestätigt. Ein Aufsteller zeigt den neuen Chai Latte. Der Gast schaut interessiert. Und dann sagt die Bedienung: „Den Chai haben wir gerade neu. Soll ich Ihnen einen machen?" Dieser Moment verwandelt einen visuellen Impuls in eine Bestellung. 

Briefen Sie Ihr Team, wenn Sie neue Aufsteller platzieren. Jeder Mitarbeiter sollte wissen, welches Produkt gerade beworben wird und einen kurzen Satz parat haben, um es zu empfehlen. Das dauert in der Teamrunde zwei Minuten und macht im Umsatz den Unterschied.

POS Material gestalten: Dos and Don'ts

  1. Schriftgröße: Die Überschrift muss aus einem Meter Entfernung lesbar sein. Am Tresen reicht ein Meter, bei Fenster und Außenaufstellern rechnen Sie mit drei bis fünf Metern. Im Zweifel lieber größer als kleiner. 
  2. Farben: Kontrast ist entscheidend. Dunkle Schrift auf hellem Grund oder helle Schrift auf dunklem Grund. Vermeiden Sie Pastelltöne auf Pastelltönen. Was auf dem Bildschirm gut aussieht, kann gedruckt unleserlich sein. Machen Sie immer einen Testdruck. 
  3. Material: Für den Thekenbereich eignen sich stabile Materialien wie Hartschaum, Acrylglas oder laminiertes Papier. Einfache Papieraufsteller knicken schnell und wirken nach wenigen Tagen abgenutzt. Ein hochwertiger Aufsteller signalisiert Qualität, ein zerknickter das Gegenteil. 
  4. Text: Maximal eine Überschrift, eine kurze Zeile und einen Call to Action. „Neu: Salted Caramel Hot Chocolate. Fragen Sie danach." Mehr braucht es nicht. Jedes zusätzliche Wort reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass die Botschaft gelesen wird. 
  5. Preis: Ob der Preis auf den Aufsteller gehört, hängt von der Strategie ab. Bei Aktionsangeboten und Kombi Deals ja. Bei Premiumprodukten nein. Ein Preis auf dem Aufsteller kann den Impuls bremsen, wenn der Gast ihn als zu hoch empfindet, bevor er das Produkt probiert hat. Bei Getränken im Bereich 4 bis 6 Euro können Sie den Preis weglassen und die Neugierde für sich arbeiten lassen.

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Den Effekt messen

POS Material ist kein Bauchgefühl Thema. Sie können die Wirkung messen. Die einfachste Methode: Vergleichen Sie den Absatz eines Produkts in der Woche vor dem Aufsteller mit dem Absatz in der Woche danach. Ihr Kassensystem liefert Ihnen diese Daten. Steigt der Absatz des beworbenen Produkts um 15, 20 oder 30 Prozent, wissen Sie, dass der Aufsteller funktioniert. 

Testen Sie verschiedene Platzierungen und Designs. Stellen Sie den Aufsteller eine Woche am Tresen auf, die nächste Woche am Tisch. Vergleichen Sie die Zahlen. So finden Sie heraus, welche Position und welche Gestaltung für Ihren Betrieb am besten funktioniert. Diese kleinen Tests kosten nichts und liefern Erkenntnisse, die Sie für jede zukünftige Aktion nutzen können.

Der stille Verkäufer am Tresen


POS Material ist das am meisten unterschätzte Verkaufsinstrument im Café. Es arbeitet still, kostet wenig und ist genau dort, wo der Gast seine Entscheidung trifft. Ein guter Aufsteller mit einem klaren Bild, einer Botschaft und der richtigen Platzierung kann den Absatz einzelner Produkte messbar steigern. 

Machen Sie POS Material zum festen Bestandteil Ihrer Sortimentsplanung. Jedes neue Saisonprodukt, jede neue Torani Sirup Sorte, jeder Launch einer David Rio Chai Variante oder einer Blömboom Trinkschokolade verdient einen Aufsteller, der die Einführung begleitet. Die Investition ist minimal. Der Effekt ist es nicht. Alle Produkte für Ihre nächste Saisonaktion finden Sie in unserem Gesamtsortiment. 

Bei Fragen zu Produkten, Vermarktungsideen oder Konditionen beraten wir Sie gerne.

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