Herbstsortiment
Drei Kategorien, direkt auf die Karte
Chai
David Rio Tiger Spice
Würzig, kräftig, mit Zimt und Ingwer. Der verlässlichste Herbst-Performer auf der Karte.
Chai
David Rio Pumpkin Chai
Saisonal, September bis Dezember. Kürbis, Zimt, Muskat. Klar positionierbar als Saisondrink.
Matcha & Golden Latte
Cape Dorato Matcha
Ganzjährig stark, im Herbst als Hot Matcha Latte mit Milchschaum. Eigene Kartenposition jenseits von Kaffee.
Matcha & Golden Latte
Cape Dorato Golden Latte
Kurkuma, warm, vegan. Für Gäste, die keinen Kaffee trinken. Optisch auffällig, klar kalkulierbar.
Trinkschokolade
Blömboom Dark Hot Chocolate
Min. 70 % Kakao als Drops, min. 45 % als Pulver. Deutlich schmeckbarer Unterschied zum Industriepulver. Vegan.
Trinkschokolade
Blömboom Milk Hot Chocolate
Runder, zugänglicher. Min. 41 % als Drops. Guter Einstieg für Gäste, die dunkle Schokolade nicht kennen.
Warum Herbst der richtige Zeitpunkt für eine Kartenüberarbeitung ist
Die Sommerkarte lebt von Kaltgetränken: Cold Brew, Iced Tea, Frozen Drinks. Die Deckungsbeiträge sind gut, aber das Volumen hängt stark am Wetter. Sobald die Temperaturen fallen, verlagert sich das Bestellverhalten innerhalb weniger Wochen.
Heißgetränke haben zwei Vorteile gegenüber Kaltgetränken: Die Zubereitung ist schneller standardisierbar, und der wahrgenommene Mehrwert ist höher. Ein Chai Latte mit Gewürzprofil und hübscher Garnitur rechtfertigt einen Preis von 5,50 bis 6,50 Euro, ohne dass der Gast lang überlegt. Das funktioniert im Sommer mit einem Iced Coffee schwerer.
Wer jetzt plant, hat außerdem genug Vorlauf für drei Dinge: die Einarbeitung des Personals, die Bestellung der Produkte und die Kommunikation der neuen Karte nach außen.
Welche Heißgetränke sich für den Herbst lohnen
Nicht jedes Getränk, das warm serviert wird, gehört auf die Herbstkarte. Die Faustregel: Ein neues Heißgetränk muss entweder einen hohen Deckungsbeitrag haben, eine klare Abgrenzung vom Standard oder beides.
Chai Latte-Varianten sind der verlässlichste Herbst-Performer. David Rio Tiger Spice oder Elephant Vanilla als Basis, dazu eine Sirup-Kombination aus dem Torani-Sortiment. Hazelnut oder Cinnamon zur Tiger Spice-Base ergibt einen Drink, den du als Signature Drink positionieren kannst. Wareneinsatz bei guten Zutaten: unter 80 Cent. Empfohlener Verkaufspreis: 5,00 bis 5,80 Euro.
Golden Latte und Matcha-Varianten bringen eine zweite Kategorie jenseits von Kaffee und Chai auf die Karte. Cape Dorato Golden Latte als Basis, aufgeschäumte Milch, optional ein Schuss Vanilla Syrup. Ansprechend für Gäste, die keinen Kaffee trinken, und ein Getränk, das auf der Karte optisch hervorsticht.
Trinkschokolade ist oft unterschätzt. Blömboom Dark Hot Chocolate hat einen Kakaoanteil, der den Unterschied zu Industriepulver sofort schmeckbar macht. Der Gast bemerkt das. Du kannst Trinkschokolade als eigenständige Premium-Position einpreisen, nicht als Beiprodukt.
Kalkulation: Was wirklich hinter dem Preis steckt
Viele Betriebe kalkulieren Heißgetränke nach Gefühl oder kopieren die Preise der Konkurrenz. Beides führt über kurz oder lang zu schlechten Margen.
Die einfachste Formel: Wareneinsatz × 4 = Mindestverkaufspreis (netto). Das ergibt einen Deckungsbeitrag, der Personal, Energie, Mietanteil und Gewinn abdeckt, ohne dass du jeden Posten einzeln durchrechnen musst.
Konkret: Ein Chai Latte mit 12 g David Rio Tiger Spice (ca. 0,26 Euro), 180 ml Milch (ca. 0,18 Euro) und einem Pumpenstoß Hazelnut Sirup (ca. 0,12 Euro) kommt auf einen Wareneinsatz von rund 56 Cent. Multiplikator 4 ergibt einen Nettopreis von 2,24 Euro, also einen Bruttopreis von rund 2,67 Euro.
Das ist die absolute Untergrenze. In der Praxis liegt der Marktpreis für einen Specialty Chai Latte in einem Berliner Café bei 4,80 bis 5,80 Euro. Du hast also deutlich mehr Spielraum, als die Formel vorschlägt. Nutze ihn.
Wann sich ein Saisondrink als Standardposition lohnt
Ein häufiger Fehler: Betriebe bauen aufwendige Saisondrinks auf, die sie nach drei Monaten wieder streichen, weil das Personal sie nicht sicher zubereiten kann oder die Zutaten im Frühjahr nicht mehr verfügbar sind.
Die bessere Strategie: Wähle Saisondrinkvarianten, die auf einer Standardbasis aufbauen. Dein Tiger Spice Chai bleibt das ganze Jahr auf der Karte. Im Herbst kommt eine Pumpkin Spice-Variante dazu, eine Getränkebasis, eine neue Sirup-Kombination, ein anderer Name. Das Personal lernt keinen neuen Prozess, nur eine neue Kombination.
Das spart Einarbeitungszeit, reduziert Fehler in der Stoßzeit und macht es leichter, den Saisondrink wieder zu streichen, ohne die Karte komplett neu aufzusetzen.